Am 20. März kann man in Deutschland eine Sonnenfinsternis beobachten.
Bei uns auf Langeoog wird die Sonne zu mehr als 80% verdeckt. Das ist ziemlich viel.

Wie entsteht eine Sonnenfinsternis?

Hier gibt es eine schöne Animation, die erklärt, wie eine Sonnenfinsternis überhaupt ensteht:
Sonnenfinsternis interaktiv

Auch in diesem Video wird noch einmal gezeigt, wie der Mond die Sonne bei einer Sonnenfinsternis verdeckt.
Leider ist der Film nur auf Englisch und Spanisch.
solar-eclipses von pbs-learning
Animation zu dem Film

Diese interaktive Animation schaut man sich besser gemeinsam mit einem Erwachsenen an.
Hier gibt es viel zu entdecken und zu erklären.
Sonnenfinsternis interaktiv für ältere

Auch die Maus zeigt in einem Video, was es mit der Sonnenfinsternis auf sich hat.

Keine Sonnenfinsternisbrille zur Hand? Ranga Yogeshwar erklärt, wie man die Sonnenfinsternis sicher auch ohne Brille beobachten kann:
zum Artikel

Wie dunkel wird es wohl an diesem Tag werden?
Was machen die Tiere während einer Sonnenfinsternis?
All dies wollen wir herausfinden.
Natürlich beachten wir die Sicherheitsvorkehrungen - in die direkte Sonne dürfen wir nur mit einer Sonnenfinsternisbrille blicken.
Ohne diesen Schutz kann die Netzhaut im Auge sehr schnell schwere Verbrennungen erleiden.
Dabei trägt man oft schwere Sehschäden davon oder kann sogar erblinden.

Und so war es:

Während an anderen Schulen wegen der Sonnenfinsternis Hofpausen verlegt und Vorhänge zugezogen wurden, freuten wir uns an diesem Tag, das Naturschauspiel mit der ganzen Grundschule draußen erleben zu dürfen. Als besondere Gäste kamen Arvid Männike und Prof. Wolfgang Müller-Schauenburg aus Tübingen in die Inselschule, um uns an diesem Tag zu begleiten.

Zunächst jedoch erklärte Arvid Männicke in der Aula mit einem einfachen Modell aus drei Kindern und einer starken Taschenlampe den Schülerinnen und Schülern, wie eine Sonnenfinsternis entsteht. Vier Bücher und drei weitere Kinder auf der Bühne zeigten dann den Einfluss von Sonne und Mond auf die Entstehung von Nipp- und Springtiden. Anschließend nahm Herr Männicke uns alle mit auf eine Bilder-Reise durch das Sonnensystem und seine Planeten.

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Die Sonne bekommt eine Taschenlampe, damit sie hell leuchten kann.
Mond und Erde schauen dabei gespannt zu.
In welche Richtung dreht sich denn nun die Erde?
Die Sonne wandert von Osten nach Westen, zeigt Herr Männike.
Also muss sich die Erde links herum, gegen den Uhrzeigersinn, drehen.
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Wenn Mond und Erde auf einer Linie mit der Sonne stehen, kann es eine Sonnenfinsternis geben - aber nur, wenn der Mond auch auf derselben Höhe ist wie die Erde.
Damit der Kopf-Schatten des Mondes auf das Gesicht der Erde fallen kann, muss Herr Männike ein bisschen nachhelfen.
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Die großen Flutberge (dargestellt durch die großen Bücher) entstehen durch die Anziehungskraft des Mondes und die Fliehkraft der Erddrehung.
Die kleinen Flutberge (die Übungshefte) entstehen durch die Anziehungskraft der Sonne
und ebenfalls durch die Fliehkraft.
Die kleinen Flutberge bleiben immer an derselben Stelle, denn die Sonne bewegt sich nicht. Die großen Flutberge aber wandern mit dem Mond.
Manchmal sind die Flutberge weit auseinander.
Dann läuft die Flut nur wenig auf, der Wasserstand ist niedrig.
Diese Stellung heißt Nipptide.
Manchmal stehen die Flutberge in einer Linie.
Dann haben wir einen hohen Wasserstand während der Flut.
Diese Stellung heißt Springtide.

Der Wind hat aber ebenfalls einen großen Einfluss auf den Wasserstand in der Nordsee. Bei starkem Westwind kann aus einer Springtide leicht eine Sturmflut werden.

Nach einer kurzen Einweisung in die Benutzung, erhielten alle Kinder anschließend eine eigene Sonnenfinsternisbrille. Zwar war es sehr unwahrscheinlich, dass sie bei der starken Bewölkung überhaupt eingesetzt werden müsste, aber die Hoffnung auf ein überraschend auftauchendes Wolkenloch lebte bis zum Schluss.
Gemeinsam gingen alle Klassen hinaus auf den Abke-Jansen-Weg. Dort reisten Herrn Männicke und Herrn Müller-Schauenburg mit uns in die Vergangenheit bis zum Beginn unseres Universums, 1 cm der Straße entsprach dabei 1 000 000 Jahren (1 Million). Das Universum begann damit ungefähr hinter dem Retro-Hotel. Langsam näherten sich alle wieder der Schule, erlebten den Ursprung des Sonnensystems am Beginn des Schulhofes, froren sich durch mehrere Eiszeiten und standen schließlich am Zeitpunkt des Anfangs der Menschheitsgeschichte, die bis heute gerechnet etwa zwei Kinderfingerbreiten lang andauert.

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Wir wandern los in die Vergangenheit - zum Ursprung des Universums.
Gemeinsam erleben wir den Urknall kurz hinter dem Retro-Hotel. Von hier aus geht es nun langsam wieder zurück in die Gegenwart.
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Einige Meter vor dem Fußballkäfig sind wir an dem Zeitpunkt angelangt, an dem das erste Leben auf der Erde entsteht.

Während dieses Universums-Spaziergangs beobachteten wir Zweitklässler die Natur. Wir maßen die Temperatur und die Lichthelligkeit, hielten Ausschau nach Vögeln und anderen Tieren und notierten deren Verhalten. Zuhause halfen Eltern bei diesem Forschungsauftrag, indem sie während der Zeit der Sonnenfinsternis die Haustiere im Auge behielten.

In die Schule zurückgekehrt, gab es heute keine Geschichte zum Lesefrühstück, sondern den Livestream der Sonnenfinsternis aus Svalbard, Norwegen, etwa 2800 km nördlich von Langeoog. So konnten wir zumindest auf dem Interaktiven Whiteboard die vollständige Verdeckung der Sonne und das beeindruckende Aufflammen der Corona verfolgen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück wurden die Beobachtungen ausgewertet und die Ereignisse des Tages in den Tagebüchern festgehalten.

Was haben wir herausgefunden?

Thorge und Fynn beobachteten die Vögel.
Als es langsam immer dämmeriger wurde, sang eine Amsel ihren Abendgesang. Für sie schien der Tag nun schon zu Ende zu sein.
Drei Gänse flogen in Richtung des großen Schlopp. Vielleicht suchten sie ihr Schlafquartier auf.
Zum Zeitpunkt der größten Verdunkelung waren wir alle ganz still und lauschten.
Kein Vogel war zu hören. Vermutlich waren sie alle zu ihren Schlafplätzen zurück gekehrt und warteten nun auf die Nacht.

Jan und Jannik wollten untersuchen, ob man wohl Sterne entdecken könnte.
Leider war die Wolkendecke so dicht, dass man weder Sonne noch Sterne sehen konnte.

Reka und Mareike maßen mehrfach die Temperatur.
Leider war eines der Thermometer nicht ganz in Ordnung, sodass sie die genauen Werte nicht bestimmen konnten.
Sie haben aber herausgefunden, dass die Temperatur während der Sonnenfinsternis um 5° gesunken ist.

Hanno und Malte hatten sich überlegt, dass es auf der Insel eigentlich immer windig wird, wenn abends die Sonne untergegangen ist.
Deshalb maßen sie mit einem einfachen Messgerät die Windgeschwindigkeit.
Sie konnten feststellen, dass die Sonnenfinsternis den Wind nicht beeinflusste. Weder vor, noch während der Finsternis gab es überhaupt Wind.

Kira Wilken, Timo und Riccardo maßen die Helligkeit mit einem Luxmeter, das wir auf einem Handy als App installiert hatten.
Als wir gegen 10.15 Uhr auf den Schulhof kamen, betrug die Helligkeit etwa 1700 Lux. Es war also so hell, als wenn etwa 425 Kerzen leuchteten.
Mit jeder Messung wurde der Wert niedriger, bis er um 10.45 Uhr nur noch rund 600 Lux betrug.
Nachdem der Mondschatten von der Sonne verschwunden war, haben die drei noch einmal gemessen.
Nun war der Messwert viel größer - über 6000 Lux.

Thorges Mutter hat zuhause darauf geachtet, wie sich die Katze verhält.
Die Katze hat sich unter dem Bett verkrochen und ist bis zur Mittagszeit nicht mehr hervorgekommen.
Das ist sehr ungewöhlich, denn sonst liegt und schläft sie immer auf dem Bett.

Riccardos Schildkröte dagegen ist aus ihrer Kiste gekommen und durch das Zimmer gelaufen.
Sie ist mehrmals die Rampe für die Spielzeugautos hinauf- und hinuntergeklettert.
Sie hat sich viel mehr bewegt als sonst.

Frau Jungholt berichtete von ihrem Hund, dass er außergewöhnlich leise gewesen sei und die meiste Zeit still in seinem Körbchen gelegen habe.
Darüber war sie sehr erstaunt, denn sonst verhält er sich tagsüber anders.