Über Freunde erfuhren wir von Sven de Vries, einem Wanderschäfer, der mit 960 Schafen und 22 Ziegen unterwegs in Baden-Württemberg ist und seine Wanderung über Twitter und einen Blog dokumentiert. Das klang interessant. Kurzerhand schauten wir uns im Internet Ausschnitte des Twitterstreams an. Natürlich hatten wir sofort viele Fragen. Also fragten wir vorsichtig an, ob wir Herrn de Vries wohl Löcher in den Bauch fragen dürften. Und wir durften!
Aus einer sehr spontanen Idee entstand nach und nach eine fächerübergreifende Unterrichtseinheit, die uns wohl noch bis zu den Sommerferien beschäftigen wird!

Die Tweets und was sonst noch so passierte, sind in einem "Storify " zusammengefasst.

Der Dialog stieß interessante Unterrichtsaktivitäten an, die überwiegend im Wochenplan oder in "freien" Zeiten bearbeitet wurden, also in Zeiten, die entstehen, wenn Schülerinnen und Schüler ihre Aufgaben vorzeitig beendet haben.

Zuerst kam die Frage auf: Wie viel sind 1000 Liter? Denn so viel Wasser kann Herr de Vries für seine Schafe mitnehmen.

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In eine Gießkanne passen 10 Liter Wasser. Wie schwer ist das?
Für 1000 Liter brauchen wir 100 Kannen.
Wie viel Platz werden die benötigen?
Nachdem ein bisschen gemessen und ein bisschen gerechnet wurde,
wurde der Platz auf dem Fußboden mit Kreppband gekennzeichnet.
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So viel Platz brauchen 100 Kannen, dicht an dicht.
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Für 1000 Liter Wasser muss man 84 Kästen Wasser kaufen. Jeder Kasten ist
40 cm lang. Würde man sie alle hintereinander stellen,
wäre die Schlange 36,4 m lang.
Das haben wir auf dem Schulhof aufgezeichnet.
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In jeden Holzwürfel passt 1 Liter Wasser. Wie groß ist ein Würfel, in den 1000
Liter passen?
Oje, das sind gar nicht genug Steckwürfel!
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Nun kann man sich den 1000 Liter-Würfel ganz gut vorstellen.
Jede Seite ist 1 m lang. Leider ist alles wieder zusammengebrochen.


Ein Schaf frisst am Tag etwa 14 kg Gras. Wie viel ist das?

Wir haben daraus eine "Fermi-Aufgabe" gemacht.
Zuerst wurden 100 Halme gepflückt und gewogen (123 g) , anschließend wurde mit Hilfe des Taschenrechners und ein bisschen Anstupsen der Denkwege herausgefunden, dass 14 kg etwa 11400 Halme sein müssten.

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"Macht doch mal ein Quiz zu Schafrassen", lautete der Arbeitsauftrag.
Wo bekommt man Schafrassen her, wenn man nicht am Computer suchen darf? Also ab in die Bibliothek und im alten Brockhaus gab es tatsächlich eine Abbildung mehrerer Wild- und Hausschafrassen. Nach diesen Namen wurde anschließend im Internet gesucht und die Bilder bei Learningapps.org eingefügt. Etwas Mühe machte es, die allfälligen Lizenzangaben herauszufinden. Mit weiteren Informationen versehen, kann man nun mit dem Quiz verschiedene Schafrassen kennenlernen.

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Heute hat Herr Janßen wieder einmal Rasen gemäht.
Wie verabredet, hat er uns einen großen Grashaufen gemacht.
Wir wollen doch endlich wissen, wie viel Gras ein Schaf am Tag frisst!

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Also wurde unser Wischeimer bis oben hin mit Gras vollgstopft und gewogen.
Auch wenn es von der Seite nicht so aussieht - von oben konnte man ziemlich genau 3 kg ablesen. Nun wurde gerechnet.
14 kg bedeutete also, den Eimer viermal zu füllen.
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Und so groß war der Haufen, den wir aufgeschüttet haben.

So viel Gras passt in ein einziges Schaf?
Sven hat uns gesagt, dass die Tiere 8 bis 11 Stunden am Tag nur kauen - na, dann mag das wohl hineingehen.

Aber warum fressen Schafe so viel?
Gras enthält viel Wasser, viele unverdauliche Fasern und nur wenig Nährstoffe. Deshalb muss ein Schaf sehr viel davon fressen, um ausreichend Nahrung zu sich zu nehmen. Und es köddelt immerzu....
Nachdem jeder Eimer ausgewogen war, kommt nun der Rest.
In diesen Eimer dürfen nur noch 2 kg Gras.